Diesen Beitrag habe ich soeben in einer XING Gruppe verfasst:
Hallo Gruppe,
ich hatte gerade Lust, ein paar Tips aus der täglichen Praxis zu schreiben. Ich werde regelmäßig von anderen SEOs kontaktiert und mache eher Beratung als Dienstleistung, es sei denn, das Projekt reizt mich. Ich werde jetzt nur einige Grundsätze darlegen, die einige vielleicht schon kennen.
Wichtigste OnPage Faktoren einer Webseite:
1. Titel
2. Beschreibung
Titel und Beschreibung (title und meta description) sind gewöhnlich das, was der Nutzer sieht, wenn er in Google eine Suchanfrage eingibt und die Suchergebnisse präsentiert bekommt. Ich werde hier nicht mit der prozentualen Häufung des Keywords herummachen, weil es die ganze Sache verkompliziert.
Wichtig bei Titel und Beschreibung ist einfach, dass sie ansprechend wirken und die Schlüsselbegriffe enthalten, ohne aufdringlich oder spam-mäßig zu wirken.
Ein Beispiel? Such doch bitte einmal nach “die Wurzel” und schau dir das erste Suchergebnis an. Da steht:
Die Wurzel – Fachzeitschrift für Vitalkost
Die Wurzel ist eine Fachzeitschrift für Vitalkost von Michael Delias aus Nürnberg. Abo ab 27,50 Euro jährlich bei Bankeinzug. Telefon: (09 120) 1 800 78.
Ich weiß, dass die Keywords, mit denen Besucher auf die Seite kommen “Wurzel, die Wurzel, Vitalkost, Michael Delias, Wurzel Nürnberg” sind. Diese sind alle in der Beschreibung verpackt. Gleichzeitig weiß der Suchende sofort, was die Wurzel kostet und wo er anrufen kann.
Ob eine Telefonnummer in der Beschreibung auch für Makler, Ärzte oder Dienstleister interessant ist, damit sie sofort angerufen werden können, ohne dass man die Nummer auf der Webseite suchen muss? Hm….
Wichtig ist wie gesagt, dass Titel und Beschreibung stimmig sind und nicht aufdringlich wirken. Was bei der Wurzel sicherlich gelungen ist. Titel und Beschreibung sind wie eine Anzeige – mach Appetit auf mehr und bau einen Aufruf ein, damit der Leser tätig wird. Einen sog. Call to Action.
3. Ordentliche Seitenstrukur
Nur allzu häufig sehe ich Webseiten (besonders mit Typo 3 erstellt), die folgende URL Struktur aufweisen: http://www.deineseite.de/index.php?site=351&method=pwnd und ähnliche Konstruktionen.
Erste Frage: ist so eine URL schön anzuschauen? –> Nein! Weder für den Leser noch für Suchmaschinen. Gewöhnlich hören Suchmaschinen nach einem ? auf zu lesen. In der Folge heißt das, dass die Seitenstruktur nicht gut für die Suchmaschinen ist, aber besonders, dass die Seite möglicherweise nicht komplett von Google erfasst wird. Die Links auf der Seite natürlich ebenso wenig. D.h. dass eine ansonsten optimale Seite möglicherweise nur zu Teilen erfasst wird, weil die Seitenstruktur einfach ein Chaos ist.
4. Ein Hinweis, den ich gerne auch Agenturen gebe: man spare sich zu viele meta tags! Soll heißen:
revisit-after: 7days und ähnliche tags sind nicht sonderlich nützlich: die Suchmaschinen kommen selbst, wenn sie es für angebracht halten. Sie folgen nicht unserer Anweisung. Der tag ist unnötig.
meta robots: index, follow soll aussagen, dass die Suchmaschine die Inhalte der Seite indexiert und den Links folgt. Klingt sinnvoll, machen die Suchmaschinen aber auch von selbst. Stellen dir vor, ich sage “atme und lass dein Herz schlagen” – was du sowieso von selbst tust. Sehr sinnvoll, nicht wahr? Was man bei dem meta robots tag angeben kann ist z. B. “noodp, noydir, noarchive”. Diese Werte bedeuten, Google soll nicht auf die Beschreibung der eigenen Seite vom ODP (open directory project) zurückgreifen, soll nicht auf die Beschreibung der eigenen Seite vom Yahoo! Directory zurückgreifen und das Archivieren der Seite in archive.org soll auch unterbunden werden. Ich empfehle nicht, archive.org zu blocken, da möglich ist, dass Google auf diese Daten zu bestimmten Zwecken zurückgreift.
5. Wie ist das gleich nochmal mit Überschriften, der Keyworddichte, Fettschreiben usw.?
Zunächst einmal muss man ganz klar festhalten, dass der Besucher deiner Webseite wertvolle Informationen vorfinden will, die seine Frage beantworten, sein Problem lösen sollen oder ein Produkt sein, dass er kaufen kann, welches seine Frage beantwortet oder sein Problem löst.
Achtet man dann darauf, dass der Schlüsselbegriff, zu dem meine Seite gut gelistet sein soll, prominent und sinnvoll, aber nicht unverhältnismäßig oft auf der Webseite in der Überschrift, in Fettdruck, kursiv und unterstrichen erscheint, hält man sich schon an einige best practice Beispiele. Wie die genaue Verteilung sein soll, darüber streitet sich die SEO Welt. Man schlägt vor, dass das eigene Keyword 3-8% des gesamten Textes ausmachen soll. Genau erfährt man das aber, wenn man eine Analyse der eigenen Seite mit den Top 10 Wettbewerbern macht, z. B. mit einem Tool wie Internet Business Promoter (http://www.ibp-internetbusinesspromoter.de). Kostet zwar Geld, funktioniert aber gut. Es gibt noch viele andere sehr gute Werkzeuge; gerade Agenturen sollten auf noch höherwertige Software setzen. IBP ist aber für mich ein guter Kompromiss zwischen Preis und Leistung und bietet einen ausgezeichneten Überblick über die Faktoren, die es zu optimieren gilt. Für Gruppenmitglieder fertige ich auf Anfrage gern Berichte zu 10€ je Keyword an. (ca. 60 Seiten, PDF)
6. IMMER den Nutzen für den Besucher im Auge haben
Die eigene Webseite sollte IMMER den Kundennutzen im Auge haben. Hilft mein Text meinem Besucher? Sind eventuelle Anzeigen oder Produkte störend? Sind die Bilder passend oder habe ich die einfach nur so hingeklatscht? Bekommt mein Besucher, was er erwartet? Was würde ich mir in der Situation meines Webseitenbesuchers wünschen? Ist meine Navigation sinnvoll? Ist meine gesamte Webseite gut zu navigieren?
Es lohnt sich, hier mit Spezialisten zu arbeiten. Ein guter Designer, der weiß, wie Kunden sich auf einer Webseite bewegen, ist sein Geld mehr als nur Wert. Sinnvoll und im Business absolut notwendig sind aber auch A/B Tests. D.h. man erstellt eine Variante A und eine Variante B eines Webseitenbereichs. Z. B. zwei unterschiedliche Überschriften. Diese testet man gegeneinander und wählt dann die Gewinnervariante. Wie man das ganz einfach und kostenlos machen kann zeigt einem der Google Website Optimizer. Nicht das beste Werkzeug zum Testen, aber eine außerordentlich gute Hilfe zum Einstieg, die ich jedem empfehlen würde.
Wesentlich mehr kann man noch zur OnPage Optimierung schreiben; wenn du aber Titel und Beschreibung, gute und hilfreichen Inhalt und eine ordentliche Seitenstruktur im Auge hast, dann sind die wichtigsten Faktoren schon bedient.
Wir testen wirklich viele OnPage und OffPage Faktoren. Whitehat und sogenanntes Blackhat. Was funktioniert bis zu welcher Grenze und mehr. Was ich schreibe, fußt auf Erfahrung und Tests.
Die wichtigsten OffPage Faktoren:
1. In einem Wort: Links
Links zur eigenen Webseite sind extrem wichtig. Man sagt, sie zählen als “Empfehlung” einer anderen Webseite. Und je mehr Empfehlungen man erhält, desto höher steigt der Status, ganz wie im richtigen Leben.
Einseitige Links: Webseite A verlinkt auf uns. Das ist alles. Einseitige Links sind sehr gut, jedoch wird immer auch die Qualität der Webseite in Betracht gezogen, die auf einen verlinkt. Deshalb ist es u. a. so wichtig, dass man den Nutzen für den Besucher im Auge hat; eine als ‘gut’ eingestufte Webseite hat natürlich mehr Gewicht mit ihrer Empfehlung. Wieder genau wie im richtigen Leben. Es macht einen Unterschied ob ihr Hausmeister oder Michael Schumacher dir Tips gibt, wie man ein erfolgreicher Rennsportler wird.
Zweiseitige Links, reziprokes verlinken: Webseite A verlinkt auf uns und wir verlinken auf Webseite A zurück. Dieser Methode wird eine Wirkung inzwischen abgesprochen. Soll heißen: Google weiß, dass hier höchstwahrscheinlich ein Kuhhandel vorliegt und man nur um des Links willen gegenseitig auf sich verlinkt. Diese Links zählen nicht mehr so viel wie früher. Sie bringen dennoch etwas! Nicht mehr in dem Ausmaß wie es vor Jahren der Fall war, aber sie funktionieren. Haben wir dank Tests bestätigen können.
Drei-Wege-Links: ob dreiseitige oder drei-wege-links, eigentlich ist der Name egal. Wichtig ist nur das Prinzip: Seite A verlinkt auf Seite B, Seite B verlinkt auf uns und wir verlinken auf Seite A. Eine Dreiecksbeziehung. Obwohl es auf dem Papier offensichtlich ist, können Suchmaschinen diese Links nicht so einfach außer Acht lassen wie bei zweiseitigem verlinken. Eine passable Möglichkeit, wenn man mit Partnern zusammen arbeitet.
Diese Liste kann fortgesetzt werden bis hin zu 10-way-hybrid-crosslinking und ähnlichen Strukturen. Für eine erste Erklärung sollen diese 3 Linktypen genügen.
2. Links von Twitter, Facebook Likes, Google +1s, Diggs, StumbleUpons
In der Welt von web 2.0 reichen normale Links von Webseiten nicht aus. Man braucht auch Tweets, die über die eigene Seite gehen. Man braucht Facebook Likes (Gefällt mir) und Shares (Teilen), genauso Google +1 und Empfehlungen auf Digg und StumbleUpon um nur die wichtigsten zu nennen.
Google wertet diese Signale als Bestätigung von echten Menschen. Nicht jeder ist ein Webmaster. Die meisten Internetnutzer haben keine Ahnung davon, wie man eine Webseite macht und wollen es auch nicht wissen. Sie wollen einfach nur das Internet nutzen und ihren Freunden mitteilen, was sie interessiert. Also schreiben sie einen Tweet, geben ein Like oder ein +1. Je mehr echte sozialer Signale auf die eigene Seite verweisen, desto besser.
Das gesamte Thema ist sehr umfangreich, ich will aber nur einen kurzen Überblick geben.
3. Links auf Unterseiten
Warum sollen nicht alle Links, die man bekommt, auf die Hauptseite gehen? Stell dir vor, Die Zeit hätte eine Million Links auf die Hauptseite. Aber nicht einen Link auf Unterseiten, wo doch die ganzen Presseartikel in Wahrheit sind. Eine Neuigkeit in den Nachrichten ist kurzzeitig auf der Startseite zu lesen. Aber der Artikel selbst ist auf einer Unterseite. Es ist nur logisch auf die Unterseite zu verlinken, anstatt auf die Startseite. Genauso in einem Onlineshop: Brigitte möchte einen Entsafter kaufen, Thomas findet diesen Entsafter in einem Shop. Wird Thomas Brigitte einen Link zur Startseite des Shops schicken? Nein, er wird ihr den Link genau zum Produkt zukommen lassen. Alles andere ist nicht normal/natürlich.
Genauso ist es auch mit den Links auf deine Seite: ist es natürlich, dass alle Links auf die Startseite zeigen? Ist es nicht. Die Startseite wird automatisch ‘stärker’, wenn auch auf die Unterseiten verlinkt wird.
4. Links kaufen – schlechte Idee
Sich Links zu beschaffen ist grundsätzlich notwendig – aber bitte einen Profi fragen. Suchmaschinen sind nicht dumm. Hinter Google sitzen tausende studierter Computerfachleute, die sich nicht einfach austricksen lassen. Es geht, aber man darf nicht denken, dass Google dämlich ist. Wenn Links gekauft werden und man es nicht richtig anstellt, dann kann man eine Strafe riskieren. Das bedeutet im Detail, dass die Webseite z. B. mit einer -50 Strafe belegt wird und um 50 Positionen abrutscht. Schlimm ist das besonders, wenn einen eine -100 oder -1000 Strafe erwischt. Strafen können auch zeitlich begrenzt sein. Konkret heißt das, dass deine Seite z. B. für 365 Tage nicht mehr in den Suchergebnissen angezeigt wird, wenn man versucht, Google zu hintergehen. Wie gesagt, es funktioniert, nur sollte man GENAU wissen, was man tut und wie es sich auswirkt.
Mit dieser kleinen Übersicht soll der Neuling oder erfahrene gerne weiter in die Tiefe arbeiten. Quellen und Erfahrungen kann ich mehr als genug teilen. Ich hoffe, dass dieser Artikel dem ein oder anderen hilfreich sein wird.
Ich habe mich wirklich einigermaßen kurz fassen wollen, da man natürlich Bände mit all den Erkenntnissen füllen könnte.
Zum Abschluss noch eine Seite zum Weiterlesen: http://www.ruetteln-am-netz.de zeigt eine komplette SEO und Social Media Strategie. Empfehle ich sehr gerne, lässt sich gut lesen und ist aufschlußreich.